Keywords in der Stellenanzeige: was wirklich zählt
Eine Stellenanzeige ist kein Wortvorrat, den man in den Lebenslauf abschreibt. Ein Teil beschreibt die gesuchte Person, ein anderer das Unternehmen — und ein System, das deinen Lebenslauf mit der Anzeige vergleicht, sollte das auseinanderhalten. So liest unsere Analyse eine Anzeige, und das folgt daraus für dich.
Aktualisiert
Eine Anzeige hat Teile, und die wiegen unterschiedlich
Zuerst wird die Anzeige anhand ihrer Überschriften in Abschnitte zerlegt: „Dein Profil”, „Deine Aufgaben”, „Wünschenswert”, „Wir bieten”, „Über uns”, „Bewerbungsprozess”. Jeder Abschnitt bekommt ein eigenes Gewicht, weil jeder etwas anderes sagt.
- Anforderungen („Dein Profil”, „Was du mitbringst”, „Voraussetzungen”) — wiegen am meisten. Hier steht, wen man sucht.
- Aufgaben („Deine Aufgaben”, „Was dich erwartet”) — direkt dahinter. Sie zeigen, womit du täglich arbeiten wirst.
- Text vor der ersten Überschrift — im Mittelfeld. Nicht selten steht dort die ganze Anzeige als ein Absatz.
- Wünschenswert — wenig. Zusätze, keine Bedingung.
- Über uns — fast nichts. Dass das Unternehmen „mit Salesforce arbeitet”, heißt nicht, dass du es musst.
- Wir bieten und der Bewerbungsprozess — null.
Der letzte Punkt ist keine Kleinigkeit. Würde „Wir bieten” mitzählen, müsstest du laut Bericht „Jobrad” in den Lebenslauf schreiben, und „Power-BI-Schulungen” aus der Liste der Benefits würden sich als Anforderung ausgeben. Was das Unternehmen dir bietet, ist nicht das, was es von dir erwartet.
Erforderlich, wichtig, von Vorteil
Jedes Keyword erhält eine von drei Stufen. Die Regeln sind einfach — und gut zu kennen, denn so liest auch die Personalabteilung:
- Erforderlich — das Wort steht im Anforderungsteil oder in einem Satz mit einem Signalwort: „erforderlich”, „zwingend”, „Voraussetzung”, „setzen wir voraus”, „unbedingt”.
- Von Vorteil — jede Erwähnung steht im Abschnitt „Wünschenswert” oder in einem Satz mit „von Vorteil”, „wünschenswert”, „idealerweise”, „Pluspunkt”, „gerne”.
- Wichtig — alles andere: was in den Aufgaben und in der Stellenbeschreibung auftaucht.
Eine einzige Erwähnung außerhalb der Pluspunkte genügt, damit ein Wort kein Extra mehr ist. Steht Excel an einer Stelle als „von Vorteil” und in den Aufgaben „Reporting in Excel”, dann ist Excel wichtig und nicht optional.
Eine Kompetenz, mehrere Namen
Das Wörterbuch der Analyse fasst Varianten derselben Kompetenz zusammen: „JS” und „JavaScript”, „SEM” und „Google Ads”, „Kundenservice” und „Customer Service”. Ein Lebenslauf mit „SEM” bekommt also nicht „fehlt: Google Ads” zu hören.
Der Bericht sagt dir aber, dass die Anzeige eine andere Form verwendet als dein Lebenslauf. Nicht jedes Bewerbermanagementsystem kennt jedes Synonym, und viele vergleichen wörtlich. Schreibt die Anzeige „Google Ads” und du „SEM”, ist es am sichersten, beides im Lebenslauf zu haben — in der Beschreibung einer konkreten Position, nicht als Nachtrag am Ende.
Wo das Wort in deinem Lebenslauf steht
Auf der anderen Seite des Vergleichs steht dein Lebenslauf, und auch dort zählt die Stelle. Ein Wort aus der Anzeige kann im Lebenslauf sein:
- belegt — es steht in der Berufserfahrung, neben dem, was du damit gemacht hast,
- schwach — es steht nur in der Liste der Kenntnisse oder taucht einmal ohne Zusammenhang auf,
- fehlend — es kommt gar nicht vor.
Eine Kenntnisliste ist eine Behauptung. Dasselbe Wort in einer Positionsbeschreibung — „monatliches Reporting der Kampagnenergebnisse an die Geschäftsführung” — ist ein Beleg. Ein Filter lässt beides durch. Der Mensch, der danach liest, nur das Zweite.
Was du mit der Keyword-Liste tust
- Beginne mit den erforderlichen. Jedes, das du tatsächlich beherrschst, das aber im Lebenslauf fehlt, gehört in die Beschreibung der Position, in der du es eingesetzt hast.
- Verwende die Form aus der Anzeige. Wenn du es sonst anders nennst, lass beide stehen.
- Die wichtigen sind eine Checkliste der Aufgaben: Zeigt deine Berufserfahrung, dass du Ähnliches schon gemacht hast?
- Von Vorteil kommt zuletzt. Ein fehlender Pluspunkt ist kein Grund, dich nicht zu bewerben.
- Schreib nichts hinein, was du nicht kannst. Ein Keyword im Lebenslauf ist ein Versprechen, das im Gespräch geprüft wird.
Getrennt davon stehen die harten Anforderungen: Berufsjahre, Ausbildung, Sprachen, Führerschein. Das sind keine Wörter zum Ergänzen, sondern Bedingungen — du erfüllst sie, oder es lohnt sich, im Lebenslauf klar zu sagen, wie.